Die zeitungen vom wochenende sind voll mit christie-berichten
Es gibt bei den republikanern derzeit keinen kandidaten, von dem die basis restlos begeistert ist; alle haben gepatzt oder stoßen parteiintern auf widerstand. Selbst ein schwer angeschlagener obama, der bisher eigentlich an fast allen fronten gescheitert ist, hat beste chancen, sich gegen jeden einzelnen genannten durchzusetzen.
Jetzt hoffen viele republikaner auf christie. Er dementiert zwar, allerdings hat der stark übergewichtige gouverneur in der letzten zeit stark abgenommen, was beobachter vermuten lässt, er werde doch in den ring steigen.
Jetzt hoffen viele republikaner auf christie. Er dementiert zwar, allerdings hat der stark übergewichtige gouverneur in der letzten zeit stark abgenommen, was beobachter vermuten lässt, er werde doch in den ring steigen.
Ob eine Waage schon ausreicht, um solche Prognosen zu treffen? Allerdings trägt die amerikanische Presse weiter fleißig Indizien zusammen, die zeigen, dass Christie sich zumindest ernsthaft mit einem Einstieg ins Rennen beschäftigt: Seine Leute feilen angeblich schon recht detailliert an einer möglichen Kampagne.
http://politicalwire.com/archives/2011/10/01/christie_assessing_campaign_logisti cs.html

Since the presidential chatter began all the way back in April 2010, Christie has adamantly maintained a “hell no” posture. Now he’s moved to “maybe.” And the pressure to go from there to “yes” is enormous. As former New Jersey Governor Richard Codey told Salon on Thursday [salon.com], “When you’ve got Nancy Reagan, Barbara Bush and all those Republican bigwigs calling you, saying you’ve got to do it for the party, you’ve got to do it for the country — it’s intoxicating. A lot of people would get drunk off that.”
http://politics.salon.com/2011/09/30/christie_really_may_run/singleton/
Davon abgesehen werden verschiedene Schlüsse bezüglich des zu erwartenden Verlaufs der Vorwahlsaison gezogen. Der folgende Artikel postuliert, man könne wohl mit einer längeren Auseinandersetzung rechnen als in der jüngeren Vergangenheit in der GOP üblich, letztendlich geht man aber immer noch von einem Wettstreit Perry vs. Romney aus.

http://www.latimes.com/news/nationworld/nation/la-na-gop-campaign-2012-20111001, 0,2602935.story
Eine andere Zeitung erklärt, der Aufstieg der Tea Parties habe alte Gewissheiten obsolet gemacht, ein Kandidat wie Herman Cain habe viel bessere Chancen als früher, den Favoriten des Establishments in die Suppe zu spucken.
http://www.washingtontimes.com/news/2011/sep/29/the-gop-establishment-trap/

Ich bin gespannt: Perry und Romney haben unzweifelhaft in Punkto Logistik die Nase vorn; allerdings hatte ich schon im Mai mal die Prognose gewagt, dass Herman Cain durchaus ein Achtungserfolg zuzutrauen sein könnte. Mal sehen, wie sich der Mann in den nächsten Monaten schlägt, der zwar Romney und Perry organisatorisch und finanziell nicht das Wasser reichen kann, aber höhere Beliebtheitswerte genießt als diese beiden.
Sein Schicksal hängt natürlich auch davon ab, ob es Perry gelingt, in den letzten Wochen verspieltes Vertrauen zurückzugewinnen. Cain könnte durchaus der Huckabee des Jahres 2012 werden, der Kandidat, der lange unter dem Radar der Parteieliten fliegt und dann überraschend stark abschneidet.
Schon spannend; der mögliche Einstieg Chris Christies ins Rennen ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i.
Dies und das:
Herman Cain hat derzeit einigen Grund zur Freude; zum einen gewann er einen weiteren Straw Poll, diesmal den der Frauenvereinigung der GOP. Er bekam 48,9% der Stimmen, es folgten Perry mit 14,1% und Romney mit 13,3%. Cain (sowie Gingrich und Santorum) hatten bei dem Kongress allerdings persönlich eine Rede gehalten, Perry und Romney waren nicht anwesend gewesen.
Zudem hat er in der letzten Woche mehr Medienberichterstattung erhalten als in den vorangegangenen Wochen fünf Wochen zusammen; zum ersten Mal mehr - genauer gesagt doppelt soviel - als Michele Bachmann und kaum weniger als Romney und Perry.
http://blog.lib.umn.edu/cspg/smartpolitics/2011/10/herman_cain_media_coverage_qu i.php
Andererseits gab's Kritik für den Hermanator aus den eigenen Reihen, von konservativen Blogs nämlich. Die Washington Post hatte jüngst vermeldet, Perry habe seit Jahren eine Jagdhütte genutzt, die den Namen "Niggerhead" trug. Cain attackierte den Texaner deswegen öffentlich, musste aber feststellen, dass Konservative sehr empfindlich auf Rassismus-Vorwürfe reagieren, die sie eher von Linken gewohnt sind: Cain wurde prompt üble Nestbeschmutzung vorgeworfen.
http://hotair.com/archives/2011/10/03/is-cain-the-biggest-loser-in-wapos-hit-on- perry
Perry wird derweil selbst von demokratischen Kritikern in Schutz genommen: Den Namen hätte er zwar schneller ändern sollen (seit einiger Zeit ist er übermalt), ein Rassist sei der Gouverneur jedoch nicht, habe während seiner Amtszeit vielmehr eine Rekordzahl an Schwarzen in höhere Ämter berufen.
http://www.thedailybeast.com/cheats/2011/10/03/perry-critics-defend-him-on-camp- name.html
Mit Bachmann scheint es derweil weiter abwärts zu gehen: Die Frau muss eigentlich in Iowa gewinnen, hat die Zeit nach ihrem Sieg beim Straw Poll in Ames aber nicht vernünftig genutzt; in weiten Teilen des ländlichen Staates wurde sie noch nie gesichtet, wie frustrierte Republikaner zu Protokoll geben:
"She's a great candidate but has turned into a really bad campaigner," said one longtime Iowa GOP operative who spoke anonymously to preserve relations with the campaign. "She has not gone to northwest Iowa, to the heart of where her support would be. Of Iowa's 99 counties, she's only visited a handful, most of which are urban counties. She needs to go out to the rural counties — she would be well received."
http://www.latimes.com/news/nationworld/nation/la-na-bachmann-20111003,0,519758. story
Derweil kündigten Chris Christies Leute an, seine Entscheidung über eine Kandidatur werde in den nächsten Tagen fallen - man munkelt, dass es am Donnerstag soweit sein könnte.
http://www.thedailybeast.com/cheats/2011/10/03/christie-to-decide-within-days-on -bid.html
Und nach Floridas Entscheidung, die republikanischen Regeln zu brechen und die Vorwahlen des Staates schon Ende Januar abzuhalten, folgt die vorhersehbare Reaktion: South Carolina verlegt sein Primary vorauf den 21. Januar. Eine lesenswerte Einführung in die Besonderheiten der politischen Landschaft South Carolinas hier:
http://firstread.msnbc.msn.com/_news/2011/09/30/8059496-south-carolina-rick-perr ys-to-lose
Die letzte Umfrage vor knapp zwei Wochen sah Perry (31%) und Romney (27,5%) nahezu gleichauf, die Analyse kommt allerdings zu dem Schluss, der Staat sei wie gemacht für Perry:
“The state is tailor-made for Rick Perry” [...] “Because he gets the business community; he’s got military background, social conservatives like him, and he’s got that independent streak that Carolinians seem to like. Case in point, John McCain.”
EDIT: Ron Paul machts seiner Partei wirklich nicht leicht. Jetzt brachte er ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Obama ins Spiel wegen der gezielten Tötung des amerikanischen Staatsbürgers Anwar al-Awlaki. Natürlich lechzt die republikanische Basis nach einem Impeachment Obamas - aber doch bitte nicht wegen der Verletzung von Bürgerrechten eines islamistischen Hasspredigers...
Eine neue landesweite Umfrage der Washington Post:

Mehrere Punkte stechen ins Auge: Zunächst ist echt noch Musik im Rennen. Perry verliert im Vergleich zum Vormonat zweistellig, Cain gewinnt zweistellig. Trost für Perry: Besser jetzt ne Durststrecke als im Dezember. Im Hinblick auf Cain wird es interessant sein, wie er mit der neuen Rolle als Liebling der Basis klarkommt: Bei den nächsten Debatten wird auch er mehr unangenehme Fragen beantworten müssen und mehr Attacken ausgesetzt sein als bislang.
Romney hatte eigentlich den perfekten September: Drei gute Debattenauftritte, eine wohlwollende Presse - und trotzdem kommt der Mann in den Umfragen nicht voran. Das sollte ihm zu denken geben.
Zudem gehen fast alle Republikaner davon aus, dass Obama im nächsten Jahr verliert. Diese Siegeszuversicht könnte dazu verleiten, bei den Vorwahlen eine etwas mutigere (sprich: konservativere) Wahl zu treffen.
Zudem geht Romneys Wahlkampf verstärkt in die Richtung, Konkurrent Perry für geistig etwas minderbemittelt zu erklären. Eine nicht ganz ungefährliche Strategie, weil es genau das ist, was zu George W.s Zeiten immer die Linken gepredigt haben. Aus dem Munde eines Ostküsten-Multimillionärs mag das bei den Rednecks nicht so gut ankommen...
http://nymag.com/daily/intel/2011/10/does_romney_really_want_to_cal.html
Christie wird sich in den nächsten Tagen erklären; hier einige Mutmaßungen, wie sich seine Entscheidung auf den Rest des Feldes auswirken könnte:
http://firstread.msnbc.msn.com/_news/2011/10/04/8143530-first-thoughts-if-christ ie-doesnt-run
Hat er ja immer gesagt, jetzt anscheinend "endgültig", was immer das heißt.
romney ist bei allen bekannt
wen er jetzt noch nicht überzeugt hat wird ihn kaum noch lieb gewinnen
wer ihn jetzt hasst wird ihn nur unter zwang wählen
diese beiden sätze beschreiben den bisherigen vorwahlkampf
viele reps suchen verzweifelt eine alternative für romney
bis jetzt sind die alternativen unter dem licht der sonne (scheinwerfer) weggeschmolzen (bei perry ist das nochj nicht entschieden)
also ich weiss wieso ich DERZEIT nur 3 aktien von romney besitze (im dezember ist es immer noch früh genug über ihn nachzudenken)
Romney hatte eigentlich den perfekten September: Drei gute Debattenauftritte, eine wohlwollende Presse - und trotzdem kommt der Mann in den Umfragen nicht voran. Das sollte ihm zu denken geben.
viele reps suchen verzweifelt eine alternative für romneybis jetzt sind die alternativen unter dem licht der sonne (scheinwerfer) weggeschmolzen (bei perry ist das nochj nicht entschieden)
Christian Heinze von gop12 präsentiert ein paar neue Zahlen vom Institut PPP: In drei Vorwahlstaaten (Nebraska, North Carolina, West Virginia) ergaben Umfragen einen ersten Platz für Cain, auf Rang zwei folgte Newt Gingrich.
Bizarr auch die Details: Moderatere Wähler zogen Gingrich Romney vor, Cain dagegen wird von den sehr konservativen bevorzugt: Dieselbe Wählergruppe, die in der Vergangenheit bereits Palin, Donald Trump, Bachmann und Perry erst vergöttert und dann fallengelassen hatte. Heinze schlussfolgert für mich (wie immer) sehr überzeugend:
I think Perry will regain his footing and start moving up again <del>if</del> when Cain falls to earth. Perry is too good at this, has too much money, too much experience, and too good a record to go meekly.
http://gop12.thehill.com/2011/10/herman-cain-shoots-to-top-in-north.html
Wir haben genug Kandidaten gesehen, die aus dem Nichts kamen, dann in Umfragen Bäume ausrissen und deren Stern schließlich wieder sank. Ich denke, auch Cain wird wieder zusammengestutzt werden (im Frühsommer hatte er ja schon einmal ein Hoch, auch das hielt nur wenige Wochen). Letztendlich hat Perry halt ein professionelles Wahlkampfteam, eine recht attraktive Bilanz (für Konservative) in Texas und außerdem sehr viel Geld: Angeblich soll er im letzten Quartal mehr Geld eingenommen haben als Romney, über 15 Millionen statt der 13 des Mormonen. Und Geld spielt ne wichtige Rolle bei Vorwahlen, sowohl als Zahlungsmittel für Wahlwerbung aller Art als auch als recht exakter Indikator für die Unterstützung, die ein Kandidat genießt. Man denke an Obama 2007: In den Umfragen weit hinter Hillary, beim Eintreiben von Spenden gleichauf.
http://politicalwire.com/archives/2011/10/04/perry_haul_over_15_million.html

Chris Christies Verzicht ("Now is not my time") lässt jetzt die Spekulationen um eine Kandidatur Palins wieder aufleben; Journalisten wollen herausgefunden haben, dass eine ihr verbundene Anwaltsfirma in verschiedenen Vorwahlstaaten Nachforschungen zum Prozedere angestellt haben soll. Ich glaub wie gesagt nicht an ihre Kandidatur, aber das Spielchen mit der Presse wird sie natürlich noch nach Kräften fortsetzen. Übrigens ein herrliches Foto von Sarah im Artikel (s.o.).
http://www.politico.com/news/stories/1011/65115.html
EDIT: Heute findet eine Gouverneurswahl in West Virginia statt. Eigentlich war der demokratische Amtsinhaber lange klarer Favorit, aber ein Überraschungssieg der GOP scheint nach jüngsten Umfragen möglich. Das wäre ein weiterer Schock für die Demokraten in Washington und eine Bestätigung der ziemlich miesen Umfragezahlen für Obama und seine Politik. Immerhin scheint das Wetter auf Seiten der Demokraten zu sein: In ihren Hochburgen schint die Sonne, über republikanischen Bastionen regnet es.
http://www.politico.com/blogs/davidcatanese/1011/Is_West_Virginia_tired_of_votin g.html?showall
http://www.wvmetronews.com/election/results.cfm?func=showresults&show=govern or
2 seiten wo man sich die ergebnisse anschauen kann
wie immer in wv auf state-level: es gewinnt der demokrat (wenn auch knapper und mit einigen überraschungen wer wo überdurchschnittlich abschneidet) auszählungsstand 95% ergebnis 50% zu 47% (je nach quelle 7.000 bis 8.000 stimmen unterschied)
und das obwohl der demokrat einen eher schlechten wahlkampf hinlegte
die rückschlüsse auf die bundesebene sind bei dieser lokalen wahl aber eher begrenzt
EDIT: Heute findet eine Gouverneurswahl in West Virginia statt. Eigentlich war der demokratische Amtsinhaber lange klarer Favorit, aber ein Überraschungssieg der GOP scheint nach jüngsten Umfragen möglich. Das wäre ein weiterer Schock für die Demokraten in Washington und eine Bestätigung der ziemlich miesen Umfragezahlen für Obama und seine Politik. Immerhin scheint das Wetter auf Seiten der Demokraten zu sein: In ihren Hochburgen schint die Sonne, über republikanischen Bastionen regnet es.
http://www.politico.com/blogs/davidcatanese/1011/Is_West_Virginia_tired_of_votin g.html?showall [politico.com]
http://www.politico.com/blogs/davidcatanese/1011/What_counties_to_watch_in_West_ Virginia_.html?showall [politico.com]
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,789940,00.html
Besonders dramatisch sind die Verluste bei den Tea-Party-Anhängern, die die Republikanische Partei seit Monaten vor sich her treiben: Hier ist Perry von 45 auf zehn Prozent abgesackt.
Deswegen ist der Markt so interessant. Er hängt von extrem schwankenden Meinungen von Verrückten ab, die (mit Hilfe der rechten Presse) alle zwei Wochen einen Messias finden, um dann irgenwann festzustellen, dass es doch nur ein normaler Spinner ist. Und am Ende müssen sie den einzigen Langweiler nehmen.
In den nächsten Wochen und Monaten finden u.a. folgende Wahlen und Abstimmungen statt – zu allen Terminen werden (voraussichtlich) Märkte aufgesetzt:
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