(mögliche) Schlussfolgerungen aus drei Landtagswahlen

  • (mögliche) Schlussfolgerungen aus drei Landtagswahlen

    gruener (Luddit), 07.06.2021 01:29
    #1

    warum derer nur drei?

    es sind die einzigen, die nah an der kommenden bundestagswahl liegen, aber mehr noch: es sind die einzigen, die nach ausbruch der corona-pandemie stattgefunden haben. jede wahl vor dem märz 2020 ist mit corona irrelevant geworden.

    ich denke, wir dürfen uns vermutlich mit folgendem abfinden:

    1. der nächste kanzler hört auf den namen armin laschet

    2. der grüne höhenflug ist beendet.

    3. der kampf um den platz der zweitstärksten partei wurde am 06.06.2021 neu gestartet

    all dies auch unter dem aspekt: hängen bleibt immer die letzte wahl vor der kommenden wahl.

    ******

    für die bundestagswahl könnte dies in bezug auf die einzelnen parteien bedeuten:

    cdu/csu

    die kritik an laschet wird verstummen. selbst ich habe es zunächst anders eingeschätzt, aber die entscheidung für laschet scheint die richtige gewesen zu sein. die cdu wird erneut als stärkste partei aus der bundesweiten wahl hervorgehen.

    spd

    ach, was soll man noch über die deutsche spezialdemokratie schreiben? ich beschränke mich auf etwas vermeintlich positives: sie dürfte wieder zweitstärkste partei werden. auf niedrigem niveau und auf dem weiteren weg zum bodensatz.

    grüne

    welch peinliche lachnummer! als prozente-tiger und vor kraft kaum gehen könnend ins wahljahr gestartet, aber als harmloser bettvorleger werden sie landen. nicht einmal freddie frinton wird posthum noch über sie stolpern, allenfalls ein ebenso bemühtes wie gelangweiltes "Kill that (dead) cat!" ausrufen ...

    mit annalena baerbock haben die grünen vor allem eines geschossen: einen kapitalen bock, den allerdings die überwiegende mehrheit nicht als abendmahl aufgetischt bekommen möchte. diese frau wird u.u. alles mögliche, aber eines unter garantie nicht: kanzlerin der bundesrepublik deutschland. vielmehr wird baerbock im laufe des kommenden herbstes ihr persönliches, um knapp 50 jahre verfrühtes "dinner for one" genießen können.

    bei den drei landtagswahlen konnten die grünen ihren stimmanteil im durchschnitt um etwas über 2 prozent steigern. im grunde müsste man für die bundeswahl im herbst folgenden markt starten: werden die grünen zweistellig? ja - nein.

    ähnliches gilt auch für die nächste partei:

    afd

    deren höhenflug wurde ebenfalls gestoppt. bei allen drei wahlen kassierten sie ein mehr oder weniger deutliches minus. ihre rolle als führende oppositionspartei dürfte damit in kürze geschichte sein, ihnen droht die einstelligkeit für die nächste legislatur.

    arger jedoch könnte es die folgende partei treffen:

    die linke

    welcher teufel hat eigentlich den ollen ramelow geritten, die neuwahl in thüringen mit der bundestagswahl zu verknüpfen? der rote teufel scheint ein eigentor angeregt zu haben...

    bei zwei landtagswahlen klar an der parlamentshürde gescheitert, bei der dritten - im osten - etwa ein drittel der bisherigen stimmen eingebüßt. das sieht wahrlich nicht gut aus - und auch meine stimme kriegen sie im september nicht.

    was auch immer mit ihnen geschehen mag: gänzlich werden wir nicht auf sie im bundestag verzichten müssen. das eine oder andere direktmandat sollte noch drin sein. --- mein tipp: weniger auf *sternchen* und antifa setzen, sondern sich vielmehr als gestandene linke auf das wesentliche konzentrieren. notfalls die eine oder andere lehrbuchstunde bei sahra buchen. was einigen linken allerdings schwerer fallen dürfte als ein gang nach canossa.

    fdp

    die liberalen sind wirklich nicht tot zu kriegen. andererseits: wen wundert's - bei der konkurrenz? unter lauter parteien, die zur schikane, zur gängelung und zu verboten neigen. fällt selbst liberalismus light gewaltig positiv ins gewicht. die liberalen sind die dritte partei, die um die zweistelligkeit kämpfen wird, und wenn sie sich wahnwitzig geschickt anstellen, werden sie möglicherweise sogar zum anwärter im streit um platz 2.

    zu guter letzt:

    die freien wähler

    in lsa gescheitert ... ergo: auch im bund gescheitert. mehr gibt es momentan über sie nicht zu sagen.

    ach: und da ist ja auch noch die klimaliste... keine eintausend stimmen im wilden osten, was beeindruckenden 0,8 promille entspricht. diese bewegung ist aktuell toter als der new yorker zentralfriedhof. -  berichte dies mal wer der grünen parteispitze. denn die glaubt ja weiterhin, mit sprüchen a la "alle reden über corona, wir reden über das wetter" könnte man*innen die nächste kanzler*in stellen... andererseits, geschichte wiederholt sich bekanntlich, meist jedoch als farce mit einem fröhlichen gruß aus dem jahre 1990.

    hingegen sollte man einen genaueren blick riskieren auf de partei dieBasis.

    *************

    *************

    schlussbemerkung:

    ein solches post kommt bekanntlich nie ohne die beschimpfung eines personenkreises aus.

    gerade die wahl in sachsen-anhalt hat es einmal mehr bestätigt... die meisten vorhersagen sind, gelinde ausgedrückt, für'n a****. wobei ich nicht verkenne, dass die klassischen umfrageinstitute eine wundersame symbiose mit den gängigen medien eingegangen sind: die einen betreiben eine beständige zahlenprostitution, die anderen geilen sich daran auf, die falschen zahlen unters volk zu bringen. verbreitet wird jedoch nicht die realität, sondern lediglich die wunsch- und ggf. wahnvorstellungen der angeblich forschenden und ihrer willfährigen schreiberlinge.

  • RE: (mögliche) Schlussfolgerungen aus drei Landtagswahlen

    saladin, 07.06.2021 07:32, Antwort auf #1
    #2
    Ich sehe das etwas anders:"......."........................ 1.) Landtagswahlen sind Landtagswahlen und Bundestagswahlen sind Bundestagswahlen - klar beendet das jetzt das cdu-interne murren und die geht (zumindest) nach außen geschlossen in den Wahlkampf , aber das hätte die cdu am Ende sowieso getan................ 2.) die Union war sowieso Favorit für Platz eins - für die Grünen ist es nur wichtig dass sie mit Abstand vor der spd bleiben.................3.) bei allen Landtagswahlen haben die Titelverteidiger gewonnen, aber Merkel tritt nicht mehr an......................4.) ostdeutschland und Westdeutschland sind was Wahlen betrifft immer noch 2 getrennte Länder ........................... 5.) afd hat ihren Bodensatz an Stammwählerschaft - für mehr brauchen sie einen aufreger ....."...............6.) wofür steht die Linke gleich noch? Ostpartei ist inzwischen ehr die afd, im Westen ist sie nicht wirklich angekommen, bei den meisten politikfeldern die sie bespielt ist sie höchstens „die Linke meint das auch so“ - sie hat keinen unique selling Point mehr.................7.) die fdp ist im Trend - aber Trends können auch schnell vergehen...............8.) spd: für sie spricht einiges - nur interessiert das niemanden....................8. der Hype dürfte mal gebremst sein ( bis zur Wahl wäre er eh nicht durchzuhalten gewesen) die Frage: schaffen sie es kurz vor der Wahl noch einmal Dynamik in den Wahlkampf zu bringen (der Vorteil der Grünen: die anderen Parteien sind noch langweiliger).............................9.) die anderen: zusammen einiges an Prozenten aber die prozenthürde schafft niemand ( keine Freien Wähler und keine zweite bürgerliche grüne Partei, auch nicht die ganzen linken splitterökos) "................................................................ Der Vorteil für Union und Grünen (und vielleicht fdp) ? Die anderen Parteien sind noch langweiliger und haben erst recht keine Erzählung warum sie gewählt werden sollten (ein Merz hätte die spd wiederbeleben können, ein laschet ist zu lasch um als Gefahr dazustehen)
  • RE: (mögliche) Schlussfolgerungen aus drei Landtagswahlen

    gruener (Luddit), 07.06.2021 14:22, Antwort auf #1
    #3

    nachtrag zu meinem ersten post:

    ich muss noch einmal näher eingehen auf die problematik "falsche" prognosen.

    der zentrale orientierungspunkt für die meisten sind weiterhin die klassischen umfrageinstitute.  nur liefern diese zumeist fantasiezahlen, sofern sie nicht sogar gezielt manipulieren. (siehe u.a die debatte um ein angebliches kopf-an-kopf rennen zwischen cdu und afd bei der ltw in lsa)

    ich sehe aktuell ledilich zwei anbieter, die im positiven sinne des wortes quer denken. das ist in erster linie prognoss umfragen, die u.a. deswegen in den letzten jahren mehrfach die mit abstand beste pronose ablieferten, manchmal aber auch totalen schiffbruch erlitten haben. in zweiter linie die mmi-prognose des wahlfieber teams - und auch bei der user-prognose auf wahlfieber fließen vermehrt abweichende prognosen ein, was m.e. auch erklärt, dass diese user-pronose trotz geringer beteiligung oft sehr gut ausfällt.

    der unterschied zwischen prognos umfragen und der wahlfieber-mmi -prognose ist m.e. jedoch, dass wir versuchen, die gelegentlichen bauchlandungen, die sich prognos leistet, zu vermeiden. denn nicht jede von der prognosenorm abweichende einschätzung bewahrheitet sich auch am ende.

    die landtagswahll am letzten sonntag ist daür ein sehr gutes beispiel.

    unsere ursprünglichen zahlen für die endgültige prognose lauteten:

    • CDU - 33
    • AfD - 21
    • Linke - 11
    • SPD - 9
    • Grüne - 7
    • FDP - 6
    • Andere 13

    daraus wurde dann geglättet und sicherlich auch in anpassung an andere anbieter:

    • CDU - 29
    • AfD - 22,5
    • Linke - 11,5
    • SPD - 10,5
    • Grüne - 8,5
    • FDP - 6,5
    • Andere 11,5

    einige zahlen waren weiterhin abweichend, aber nicht mehr extrem abweichend.

      an zwei stellen war es komplett richtig, nach unten bzw. nach oben zu korrigeren, in drei fällen erwies sich die korrektur jedoch eindeutig als falsch.

      die gerechte strafe folgte auf den fuß: lediglich der dritte platz im güteranking.

      *****

      ich bin unschlüssig, ob eine solche glättung immer sinnvoll ist. sie erpart einem sicher die häme eines widersachers, schmälert aber mögliche erfolge.

      ich überlege daher, ob unsere "rohzahlen" zukünftig auch publiziert werden sollten. das klärt aber nur die eine hälfte des eigentlichen problems. die andere hälfte besteht aus der berühmten schere im kopf und dem ständigen zweifel, warum siehst ausgerechnet du etwas, dass die anderen, die bezahlten profis, nicht erkennen (wollen).

    • (mMgliche) Schlussfolgerungen aus einer Landtagswahl in einem Mini-Bundesland

      drui (MdPB), 07.06.2021 14:25, Antwort auf #2
      #4

      Ich ergänze: Sowohl die AfD als auch die Linke sind aktuell tief gespaltene Parteien, in Deutschland wird das von Wählern selten honoriert. Dennoch bin ich nach wie vor überrascht, wie stark sich die SA-CDU von Bundestrends abkoppeln konnte.

      Interessante Punkte:

      - Die Freien Wähler sind mit 5,4% über die 5%-Hürde gekommen, allerdings nur bei den Erststimmen (Zweitstimmen 3,1%), auch hier profitiert die CDU von der Dämlichkeit bürgerlicher Wähler in Sachsen-Anhalt. In anderen (va. ländlichen) Bundesländern kann mit dem Einzug der FW in die Landtage gerechnet werden.

      - Auch AfD, SPD, Linke und FDP (!) haben deutlich mehr Erststimmen als Zweitstimmen bekommen. Die CDU profitiert von diesem Stimmensplitting mit exakt 3%.

      - Die Gartenpartei hat die Partei PARTEI überholt, die Basis 1,5% geholt; Tierschutzparteien haben abgeräumt, Ökoparteien (inkl. Klimaliste) neben den Grünen haben extrem abgekackt.

      https://www.election.de/cgi-bin/showcandres_st21.pl?land=st21&wahlkreis=Gesa mt&karte=st21z

    • RE: (mMgliche) Schlussfolgerungen aus einer Landtagswahl in einem Mini-Bundesland

      Mirascael, 07.06.2021 14:44, Antwort auf #4
      #5

      Die Freien Wähler sind mit 5,4% über die 5%-Hürde gekommen, allerdings nur bei den Erststimmen (Zweitstimmen 3,1%), auch hier profitiert die CDU von der Dämlichkeit bürgerlicher Wähler in Sachsen-Anhalt.

      Das hat wohl eher nichts mit der mutmasslichen Dämlichkeit bürgerlicher Wähler zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die sonstigen Parteien nur wenige Direktkandidaten aufgestellt haben und deren Wähler dann die Erststimme den Freien Wählern zugute kommen liessen.

    • RE: (mögliche) Schlussfolgerungen aus drei Landtagswahlen

      Mirascael, 07.06.2021 14:53, Antwort auf #1
      #6

      die freien wähler

      in lsa gescheitert ... ergo: auch im bund gescheitert. mehr gibt es momentan über sie nicht zu sagen.

      Einspruch!

      Da gibt es sehr wohl noch was zu sagen:

      Ohne den massiven Aufwind für die CDU wären die Freien Wähler im Landtag, sie sind im Wahlkreis Havelberg-Osterburg mit satten 25 % nämlich nur äusserst knapp an einem Direktmandat gescheitert (knapper war der CDU-Vorsprung sonst in keinem Wahlkreis):

      Bei den Zweitstimmen waren sie dort mit 14,8% immerhin noch mit deutlichem Vorsprung Dritter.

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