http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765489,00.html
Attentat auf den Oberbefehlshaber Nordafghanistan
Die Fülle der tödlichen Anschläge ist
wohl nur damit zu erklären, dass die Taliban
die afghanischen Sicherheitskräfte
breit unterwandert haben. Der afghanische
Geheimdienst NDS geht davon aus,
dass es in den Reihen der Afghanischen
Nationalarmee und der Polizei 130 bis
150 sogenannte Schläfer gibt. Sie könnten
jederzeit für Angriffe gegen die Isaf aktiviert
werden, auch innerhalb der Feld -
lager. Bis zu sieben Prozent aller aghanischen
Soldaten und Polizisten, führte
kürzlich ein NDS-Mann vor internationalen
Militärs aus, sympathisierten mit
dem Gedankengut der Taliban, ein Reservoir
für Spitzel und Attentäter. Und
diese Truppen sollen ab 2014 selbst die
Sicherheit ihres Landes sichern.
Die Taliban bekämpfen die Bundeswehr
im Norden vor allem mit selbstgebastelten
Sprengsätzen, diese Bomben
sind mittlerweile so stark, dass sie dicke
Panzerungen wie beim „Marder“ oder
beim Transportpanzer „Fuchs“ durchschlagen
können. Am 25. Mai zerriss ein
Sprengsatz nordwestlich von Kunduz die
gepanzerte Bodenwanne eines „Fuchs“,
tötete einen Hauptmann und verletzte
zwei weitere Menschen.
....
Die Lehre der vergangenen Wochen
ist, dass dieser Krieg manchmal zu schlafen
scheint, aber dann wacht er auf und
schlägt mit neuer Wucht zu. Neue Fahrzeuge,
neue Geräte werden das nicht verhindern,
neue Strategien wohl auch nicht.
Es gab schon einige. An den Mustern des
Nordens haben sie nichts verändert: eine
relative Ruhe über Tage und Wochen,
dann ein tödlicher Angriff. Will Deutschland
das aushalten? Ein Abzug hieße,
dass der Krieg ganz schnell eskalieren
würde. Es gäbe keine toten Deutschen
mehr, aber sehr viele tote Afghanen.
Der Krieg, der sich jetzt abspielt, ist
nichts gegen den Krieg, der kommen
wird. Die Kräfte zu schonen, laute die
Maßgabe der Taliban-Führung aus Paki -
stan, sagt ein westlicher Nachrichtendienstler
in Kunduz. „Alle bringen sich
in Stellung für den Tag X, nach dem Abzug
der Isaf-Truppen.“
SPIEGEL 23/11
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,769871,00.html
30.000 Soldaten will US-Präsident Obama aus Afghanistan nach Hause holen - das löst auch in Berlin neue Diskussionen aus. Außenminister Westerwelle sieht sich darin bestärkt, schon zum Jahresende den Abzug zu starten. Doch die Militärs bleiben skeptisch.
...
Seine Kernbotschaft wiederholte Westerwelle gleich mehrmals: Man sei, so der Außenminister, schon rund zehn Jahre am Hindukusch aktiv. Diese Mission von rund 5000 deutschen Soldaten aber dürfe keine weiteren zehn Jahre in Anspruch nehmen.
...
Hierzulande wie in den USA ist die Mission in Afghanistan in der Bevölkerung mehr als unbeliebt. Hier wie dort lehnen rund zwei Drittel der Menschen in Umfragen eine Fortsetzung des Engagements ab.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,771993,00.html
Die USA wollen Tausende Soldaten aus Afghanistan nach Hause holen, auch die Bundesregierung hält an ihren Abzugsplänen fest: Sie will ihre Truppen vor Ort ab Ende des Jahres reduzieren - trotz schwerer Anschläge der Taliban in den vergangenen Wochen....
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,778765,00.html
Während eines heftigen Gefechts mit Aufständischen sind 31 US-Soldaten und sieben afghanische Soldaten getötet worden - sie starben, als Taliban ihren Transporthubschrauber abschossen [spiegel.de] . Die US-Regierung bestätigte am Samstag den Vorgang des tödlichen Zwischenfalls. Dem Schuss mit einer Rakete, vermutlich eine Panzerfaust, ging nach Militärangaben ein langes Gefecht von Spezialeinheiten der US-Armee voraus. Demnach hatte eine Gruppe der Kommandosoldaten einen konkreten Tipp bekommen, dass sich in einem Gehöft im Distrikt Saidabad in der Provinz Wardak mehrere ranghohe Taliban [spiegel.de]-Kommandeure versteckt hielten.
...
Von den derzeit rund 140.000 ausländischen Soldaten in Afghanistan [spiegel.de] gehören etwa 100.000 der US-Armee an. Seit dem Sturz der Taliban-Regierung im Jahr 2001 hat die Gewalt in Afghanistan einen neuen Höhepunkt erreicht [spiegel.de] . Außer den vielen getöteten ausländischen Soldaten hat die Zahl der zivilen Opfer in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Rekordhoch erreicht.
Auch im Norden, dem Einsatzgebiet der Bundeswehr [spiegel.de], nahm die Gewalt zuletzt massiv zu. Im Zuge der Übergabe der Sicherheitsverantwortung von der Isaf-Truppe an die afghanischen Streitkräfte kam es zu mehreren Anschlägen [spiegel.de] .
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821135,00.html
Beim Staatsbesuch des britischen Premiers David Cameron in den USA steht Afghanistan ganz oben auf der Tagesordnung: Die beiden führenden Isaf-Nationen erwägen, den Abzugsplan zu beschleunigen. Allein die Gedankenspiele setzen auch Berlin unter Zugzwang.
In den nächsten Wochen und Monaten finden u.a. folgende Wahlen und Abstimmungen statt – zu allen Terminen werden (voraussichtlich) Märkte aufgesetzt:
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