Präsidentschaftswahl 2012

Beiträge 11 - 20 von 44
  • RE: SOTU

    drui (MdPB), 26.01.2012 15:27, Antwort auf #10
    #11

    obama war gut...nur stellt sich die frage: reden ist schön und gut---aber was hast du die letzten 3 jahre gemacht?

    Das ist ein guter Einwand. Er dürfte wohl auch gewinnen, wenn er untätig im Schaukelstuhl sitzt (die Republikaner erledigen das für ihn, mit Millionen von Spenden). Aber eigentlich kann er kein reiner Ankündigungs- und Schönredenpräsident bleiben. Die zweite Amtszeit sollte aktiver werden und das muss auch im Wahlkampf durch konkrete Taten deutlich werden, sonst nimmt ihm das keiner mehr ab. Mit dem Thema Steuergerechtigkeit (soziale Gerechtigkeit darf man in den USA ja nicht sagen) hat er das richtige Thema. Die Republikaner können den nicht völlig grenzdebilen Wählern schwer erklären, was daran kommunistisch sein soll, wenn Multimillionäre prozentual genauso viel Steuern zahlen sollen wie normale Arbeitnehmer.

  • RE: SOTU

    sorros, 26.01.2012 15:56, Antwort auf #11
    #12

    Mit dem Thema Steuergerechtigkeit (soziale Gerechtigkeit darf man in den USA ja nicht sagen) hat er das richtige Thema. Die Republikaner können den nicht völlig grenzdebilen Wählern schwer erklären, was daran kommunistisch sein soll, wenn Multimillionäre prozentual genauso viel Steuern zahlen sollen wie normale Arbeitnehmer.

    Mir scheint wer so bescheuert ist, Leute wie Gingrich zum Kandidaten zu wählen, der ist auch grenzdebil genug Steuern für Millionäre als kommunistisch zu empfinden.

  • RE: SOTU

    Wanli, 26.01.2012 16:51, Antwort auf #11
    #13
    Aber eigentlich kann er kein reiner Ankündigungs- und Schönredenpräsident bleiben. Die zweite Amtszeit sollte aktiver werden und das muss auch im Wahlkampf durch konkrete Taten deutlich werden, sonst nimmt ihm das keiner mehr ab.

    Einspruch, Euer Ehren. Wenn man sich mal die Früchte der ersten Amtszeit anschaut, dann steht da schon einiges auf der Habenseite.

    Eine Gesundheitsreform, die Linke schon seit Jahrzehnten gefordert haben, mit Krankenversicherungsschutz für jeden Amerikaner.

    Erfolgreiche Schläge gegen den islamistischen Terror, kulminierend in der Exekution Bin Ladens.

    Der Abzug aus dem Irak.

    Ein Ende der von Schwulen und Lesben als diskriminierend empfundenen Politik des "Don't ask, don't tell."

    Staatlich begünstigte Investititionen in grüne Energie und Verkehrsinfrastruktur.

    Die Rettung (zumindest bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt) der amerikanischen Automobilindustrie.

    Eine Reform der Regulierung der Finanzmärkte.

    Eine Amtsperiode ohne Skandale (eine Seltenheit).

    Das alles in einer tiefen Wirtschaftskrise, einer demagogischen Opposition ("Death Panels!") und seit Anfang letzten Jahres gegen die von völliger Verweigerungshaltung bestimmte Mehrheit des Repräsentantenhauses. Vielleicht wäre mehr drin gewesen, vermutlich hätte Obama auch mehr und effektiver für seine Politik werben müssen angesichts der Dämonisierung durch die Rechte. Aber unterm Strich bleibt doch einiges, angesichts der widrigen Umstände ist die Bilanz nicht übel.


    Man beachte die jüngsten Umfragezahlen:

    Mehr Amerikaner glauben mittlerweile, dass das Land auf dem richtigen Weg sei, auch wenn die Zahlen noch ausbaufähig sind.

    http://andrewsullivan.thedailybeast.com/2012/01/it-just-happens-to-be-the-truth. html


    Kommentar der Daily Show zu SOTU und der republikanischen Antwort darauf:

    http://www.thedailyshow.com/watch/wed-january-25-2012/state-of-the-union-2012--- hopin--mic-night

    http://www.thedailyshow.com/watch/wed-january-25-2012/state-of-the-union-2012--- hopin--mic-night---responses-from-mitch-daniels---mitt-romney

  • Kartenspiel

    Wanli, 29.01.2012 18:24, Antwort auf #13
    #14

    Ein Versuch, die Staaten bei einer Wahl zwischen Romney und Obama zuzuordnen:

    Knappe Sache. Nun die gleiche Übung mit Gingrich gegen Obama:

    Die Demokraten könnten wohl ein Schlachtfest feiern. Ein starker Gingrich verspricht Hochspannung für die Primaries, ein siegreicher Gingrich würde aber wohl zu einem sehr unterhaltsamen Wahlkampf gegen Obama mit gleichwohl vorhersehbarem Ausgang führen.

    http://www.centerforpolitics.org/crystalball/articles/the-gop%E2%80%99s-electora l-college-newt-mare

  • Das personifizierte Böse

    Wanli, 30.01.2012 00:43, Antwort auf #14
    #15

    Lesenswerter Post über den Steuern anhebenden, vor ausländischen Mächten kriechenden, radikal antiamerikanischen Fantasie-Obama, an dem sich die amerikanische Rechte abarbeitet. Eingebettet ein Clip eines Comedian, der sehr schön den Unterschied zwischen dem Bush-Hass der amerikanischen Linken und dem der Rechten auf Obama aufzeigt: Die Linke hasst wenigstens einen realen Politiker, die Rechte dagegen ihr eigenes Konstrukt.

    Auch hübsch als Beleg für einen wirklich irrationalen Hass: Der Sprecher des Repräsentantenhauses von Kansas rief dazu auf, für Obamas Tod zu beten:

    Let his days be few; and let another take his office.
    Let his children be fatherless, and his wife a widow.

    Der Mann ist immer noch in Amt und Würden.

    http://andrewsullivan.thedailybeast.com/2012/01/why-are-obamas-critics-so-dumb.h tml

  • Knappe Sache im November?

    Wanli, 30.01.2012 18:57, Antwort auf #15
    #16

    TNR widerspricht der gängigen Ansicht, Obama sei gegen einen - wohl wahrscheinlichen - Kandidaten Romney der Favorit - die beiden lägen in Umfragen gleichauf, auch in den Swing States werde es nach jetziger Datenlage spannend:

    This morning, Gallup released the latest in its series of polls focused on twelve swing states—Colorado, Florida, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, New Mexico, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Virginia, and Wisconsin. Three results stand out. (1) President Obama blows out Newt Gingrich by 14 points in those states (and 12 points nationally). There is no credible evidence that Gingrich would be competitive with the president, let alone a stronger challenger than Romney. (2) Obama and Romney are statistically tied: it’s Romney 48, Obama 47 in the swing states and 48-48 nationally. And most important, (3): despite changes in the political environment, a more aggressive stance by the president, and the emergence of less than flattering information about Mitt Romney, the Obama-Romney contest hasn’t moved much in many months. Last October, for example, Romney led Obama 47-46 in the swing states. Since last August, Obama’s national support has moved in a narrow range between 46 and 48 percent; Romney’s, between 46 and 49 percent. This evidence supports the thesis that the 2012 presidential election will be hard-fought and close—unless there’s significant shift in the trajectory of the economy.

    http://www.tnr.com/article/politics/100136/romney-obama-general-election-candida te-poll

  • Novemberwahl: Swingometer

    Wanli, 30.01.2012 20:20, Antwort auf #16
    #17

    Vielleicht ganz praktisch vor der Novemberwahl: Erwartete Veränderung der Stimmanteile im Vergleich zur letzten Wahl eingeben und eine grobe Einschätzung der Folgen für das Electoral College ablesen.

    http://unlikelyvoter.com/swingometer/electoral-college-swingometer/

  • Novemberwahl: Ballot Initiatives

    Wanli, 03.02.2012 08:56, Antwort auf #17
    #18

    Recht wichtig für den Ausgang einer Wahl sind oft auch Volksabstimmungen, die an den regulären Stimmzettel dran getackert werden und die betroffenen Bevölkerungsgruppen besonders zum Urnengang motivieren. Ein heißes Eisen ist momentan die gegen Gewerkschaften gerichtete "Right-to-Work"-Bewegung; ein Paul-Fan versucht gerade eine Frage auf den Stimmzettel Ohios zu bekommen, die die Umwandlung des Staates in einen Right-to-Work-Staat vorsieht.

    Republikaner hoffen wohl eher, dass er scheitert, denn ein solches Unterfangen würde die Gewerkschaften wohl veranlassen, ihre Kriegskassen in Ohio ganz weit zu öffnen, um ihre Klientel zum Urnengang zu bewegen - eher eine demokratische Klientel.

    Eine Einführung in die Thematik (aus republikanischer Sicht):

    http://www.redstate.com/laborunionreport/2012/02/02/a-former-union-thugs-take-on -right-to-work-whats-right-whats-not/

  • Novemberwahl: Wahlkampfthemen / Zukunft der GOP

    Wanli, 04.02.2012 13:04, Antwort auf #18
    #19

    Eigentlich sollte ja die wirtschaftliche Lage das große Thema bei den Wahlen im November sein, schließlich sind die Arbeitslosenzahlen schon seit Langem für amerikanische Verhältnisse exorbitant hoch:

    http://andrewsullivan.thedailybeast.com/2012/02/83-reax-that-sound-you-hear-is-c hampagne-corks-in-the-west-wing.html

    Allerdings fiel die Arbeitslosenstatistik jetzt schon im zweiten Monat in Folge überraschend gut aus, die Wirtschaft berappelt sich momentan deutlicher als angenommen. Geht das so weiter, ist nicht ausgemacht, dass die Stimmung der Wählerschaft im November düster sein wird. Auch 1984 waren die Arbeitslosenzahlen insgesamt noch recht hoch, aber die Entwicklung wurde als sehr positiv wahrgenommen und Reagan errang einen Erdrutschsieg.

    http://www.salon.com/2012/02/03/when_a_candidate_bets_against_the_economy/

    Wenn die Stimmung hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage sich weiter verbessert, wird es schwieriger für die Republikaner, zumal (der wahrscheinlichste Präsidentschaftskandidat) Romney es bisher vermieden hat, konkret zu sagen, was er denn nun ändern will; seine Person (als erfolgreicher Wirtschaftsfachmann) ist die alleinige Botschaft, was ihm auch Konservative mittlerweile ankreiden:

    He needs a big issue or vision to give purpose and a framework to his campaign.  As things stand, his overriding issue is himself. He’ll revive the economy. Why? Because he says he will. That won’t cut against Obama.

    “My vision for free enterprise is to return entrepreneurship to the genius and creativity of the American people,” Romney said in his victory speech. Fine, but how will he do that? He didn’t say.

    Another one of Romney’s lines is that the campaign is “about saving the soul of America.” That sounds more like something Obama would say. It’s essentially meaningless, like “hope and change.”

    http://www.weeklystandard.com/blogs/challenges-remain-romney_620803.html

    Was ist die Botschaft, wenn es mit der Wirtschaft berauf geht? Obama als sicherheitspolitisches Weichei darstellen, den Mann, der Bin Laden erledigt hat? Gegen Obamacare zu Felde ziehen, das zwar insgesamt recht unpopulär ist, dessen einzelne Maßnahmen aber bei den Bürgern gut ankommen - ein Widerspruch, den eine vertiefte Diskussion im Wahlkampf den Bürgern bewusst machen dürfte? Hin oder her, Romney als faktischer Erfinder des Gesetzes wäre wohl auch für diesen Wahlkampf eher ungeeignet.

    http://plainblogaboutpolitics.blogspot.com/2012/02/health-care-was-never-going-t o-save-gop.html

    Bleiben Platitüden über Amerikas Größe - Mitt behauptete jüngst, die Amis legten bei der Nationalhymne als einzige ihre Hand aufs Herz (was natürlich Blödsinn ist) - und allgemeines Gesabbel über Werteverlust und Niedergang.

    http://www.buzzfeed.com/andrewkaczynski/mitt-romney-we-are-the-only-people-who-p ut-their


    Und wie sähe die Zukunft der GOP aus, wenn sie die nächsten Wahlen verlöre? Das Gekreische von Rechts-Außen würde wohl kaum verstummen, schließlich ist es viel zu lukrativ:

    If Mitt Romney loses, these are all things that you can count on happening:

    • Fox News is going to keep stoking the cultural resentments and victimhood pathology of white conservatives, and rewarding politicians who appeal to that ethos with lucrative commentator contracts politicians. Put another way, the incentives for more Sarah Palins and Michele Bachmanns will be there.
    • Rush Limbaugh is going to keep attracting a sizable audience with his talent for the medium, his schtick implying that the Obama "regime" is illegitimate, and his endless ability to flatter the prejudices of his audience.
    • The conservative publishing market will keep rewarding Mark Levin-style books that proceed as if America is engaged in a simple binary struggle, with liberty on one side and a series of interchangeable bogeymen on the other: tyranny, utopia, radical Islam, political correctness, liberals, secularists, etc. [...]

    It isn't their reality that's come crashing down. They've never been so successful before in their lives!

    This is what happens when an ideological movement basically merges with a collection of for-profit ventures. Incentives no longer align. Ends and means get mixed up. Herman Cain book tours turn into seemingly viable presidential campaigns. [...] The right has other intellectuals who actually care about things like policy, governing, and intellectual honesty. What many of them don't realize is that until they meaningfully challenge the Conservative Entertainment Complex, their ideas and the direction they hope to push the conservative movement is always going to be overshadowed: by Birthers, or a righteous Andrew Breitbart/James O'Keefe crusade against ACORN, or the Glenn Beck show, or months of speculation about whether Sarah Palin will run for president. That is to say, they'll be overshadowed by what looks like a part of the political movement, but is largely a moneymaking venture.

    http://www.theatlantic.com/politics/archive/2012/02/if-the-republicans-lose-in-2 012-expect-business-as-usual/252406/

    • Novemberwahl: Wahlkampfthemen - Challange for Romney"s thinktank

      ronnieos, 05.02.2012 10:49, Antwort auf #19
      #20

      Was ist die Botschaft, wenn es mit der Wirtschaft berauf geht? Obama als sicherheitspolitisches Weichei darstellen, den Mann, der Bin Laden erledigt hat? Gegen Obamacare zu Felde ziehen, das zwar insgesamt recht unpopulär ist, dessen einzelne Maßnahmen aber bei den Bürgern gut ankommen - ein Widerspruch, den eine vertiefte Diskussion im Wahlkampf den Bürgern bewusst machen dürfte? Hin oder her, Romney als faktischer Erfinder des Gesetzes wäre wohl auch für diesen Wahlkampf eher ungeeignet.

      Das ist aber ein genuine issue für jeden Herausforderer um die Präsidentschaft. Ist die Wirtschaft im Aufwind, schwinden seine Chancen. Das zweite Problem für Romney und jeden Herausforderer: Erst muss er seinen Konkurrenten in den Primaries schlagen.

      Da eine konsistente Strategie finden ist nicht einfach. Themen zu finden, um Gingrich und dann Barack zu schlagen sind rar.

      In den USA (siehe Börsenentwicklung) werden gegenwärtig die Risiken schlicht ausgeblendet. Obama hat eines der grössten Verschuldungsprogramme aller Zeiten gefahren und das in Nicht-Kriegszeiten. 15 Bilionen Dollar, das ist eine Verschuldungs-Quote wie Italien ! Der Unterschied liegt in der Wahrnehmung. Alle Ratingagenturen fokusieren sich auf die EuroStaaten. Die journalistische Schlacht inklusive. CNN Bllomberg eine New York-London Presseallianz bewertet sehr einseitig. Das Resultat: Die USA zahlen für 10-jährigen Staatsanleihen 3% - Italien 7%. [PS auch dem Monti-Gezeter keinen Glauben schenken - Italien lebt seit einem Jahrzehnt auf dem Niveau - die sind da geübt und vermeiden einen Staatsbankrott] 

       Man kann Obama da attackieren - aber für die Stimmung  in Wahlkampfzeiten ist die Situation des eigenen Geldbeutel dominierend. Das kommt nicht zuletzt in den ansteigenden Popularitätswerten von Obama zum Ausdruck.

      Nicht jedes Jahr kann man mit so einfachen Slogans wie  "Yes we can"  gewinnen.  DER optimale Spruch: positiv (YES) - integrativ (WE) - can (positiv anpackend zukunftsgerichtet).

      übirgens; Dass er Bin Laden erledigt hat darauf, damit wird Obama kaum werben (er hatte da einfach Glück), aber, dass er wie versprochen die "Jungs" aus Irak und Afghanistan heimgeholt hat, hilft ihm mehr bei seiner Zielgruppe. 

       Für den thinktank von Romney bleibtg die Aufgabe, Themen zu finden, wie man Obama im rustbelt Michigan-OH-PA  (2 der 3 braucht er wohl) und in Florida schlagen kann. [dank an Wanli für informative Karte in #14].   Das ginge am ehesten über das Thema "Beschäftigung/Wohlstand/Soziales" - aber sihe Wanlis Grafik [#19] - die Arbeitsmarktzahlen drehen ins Positive.

      Im November 2012 scheinen Obamas Chancen grösser als im November 2011, zumal er keine innerparteiliche Schlammschlacht schlagen muss. Aber, ein Ereignis mit globaler Wirkung wie Fukushima kann das schnell ändern - oder ein Krieg in der Strasse von Hormus -oder ein offener Konflikt Israel-Iran [kaum Zufall, dass ausgerechnet der US Vertreter auf der Münchner Sicherheistkonferenz von einer Attacke Israels im Zietraum April-Juni raunte - je mehr man darüber spekuliert, desto geringer der Spielraum für Israel]

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